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In der Stadt Thun sind Wohnungen Mangelware. Deshalb lancierten am 2. September 2022 acht Thuner Wohnbaugenossenschaften, der Mieterinnen- und Mieterverband, der Gewerkschaftsbund, SP, JUSO, GRÜNE und Junge GRÜNE, sowie weitere Organisationen eine Doppel-Initiative für mehr bezahlbaren Wohnraum. Das Initiativkomitee muss nun innert zwölf Monaten je 1'600 Unterschriften für beide Begehren sammeln. Mehr als die Hälfte der Unterschriften sind schon beisammen.

Deshalb braucht es eine Doppel-Initiative für mehr bezahlbaren Wohnraum

Thun weist eine der tiefsten Leerwohnungsbestände aller Schweizer Städte auf. Die Doppelinitiative «für mehr bezahlbaren Wohnraum» fördert den preisgünstigen und qualitativ hochstehenden Wohnungsbau und führt zu einer Trendwende. Das macht das Leben und Wohnen in Thun attraktiver.

Studien im Auftrag des Bundes zeigen, dass Wohnungen der Wohnbaugenossenschaften über die Jahre hinweg bis 20 Prozent günstiger sind als der Durchschnitt. Der Grund liegt in der Gemeinnützigkeit. Es ist deshalb wenig erstaunlich, dass der gemeinnützige Wohnungsbau im Trend liegt. In etlichen bernischen Gemeinden ist dank politischen Vorstössen und Initiativen viel Bewegung in die Stadt- oder Gemeindeentwicklung gekommen. Insbesondere in den Städten Bern und Biel stehen die Vorzeichen gut für mehr gemeinnützige Wohnprojekte. So will die Stadt Biel den Anteil der gemeinnützigen Wohnungen am Bieler Wohnungsmarkt bis 2035 auf 20 Prozent erhöhen.

Sinkender Markanteil in Thun

Mit der im Dezember 2018 unterzeichneten Thuner Charta «Genossenschaftlicher Wohnungsbau» besteht zwar eine Absichtserklärung, wonach die Stadt Thun Massnahmen trifft, um den Anteil an Genossenschaftswohnungen von 10.4 Prozent «zu sichern und nach Möglichkeit auszubauen». Der Trend verläuft jedoch seit zwei Jahrzehnten in die entgegengesetzte Richtung. Das heisst: der Markanteil der Thuner gemeinnützigen Bauträger ist auf dem Sinkflug. Betrug der Anteil im Jahr 2000 noch 13.1. Prozent, so ist er mittlerweile auf rund 10 Prozent gesunken.

In Anbetracht der sich in der Planung befindenden Grossüberbauungen Bostudenzelg und Siegenthalergut ist jetzt der Zeitpunkt für eine verbindliche und nachhaltige Trendwende. Die Stadt Thun braucht eine Offensive für mehr bezahlbare Wohnungen, die durch gemeinnützige Wohnbauträger erstellt werden.

Argumente für die Doppel-Initiative

  • Die Wohnungsmieten der gemeinnützigen Wohnbauträger sind langfristig 20 Prozent günstiger. Diese Tatsache wirkt sich preissenkend auf den gesamten Wohnungsmarkt aus.
  • Thuner Wohnbaugenossenschaften bieten der Bewohnerschaft und somit auch der ansässigen Bevölkerung eine langfristige Wohnsicherheit.
  • Gemeinnützige Wohnbauträger tragen zu einer guten Wohnraumversorgung und zu durchmischten Quartieren mit einer hohen Wohn- und Lebensqualität bei.
  • Sie bauen und renovieren nachhaltig und zukunftsorientiert, sind offen für neue Wohnformen und realisieren oft sogenannte «Leuchtturmprojekte».
  • Thuner Wohnbaugenossenschaften haben einen engen Bezug zu lokalen und regionalen Unternehmen. Das sichert Arbeitsplätze.
  • Thuner Wohnbaugenossenschaften sind gesellschaftspolitisch eine wichtige Konstante. Dies hat einen positiven Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung der Stadt.